Folge 7: Panikattacke - Wenn die Angst die Kontrolle übernimmt
Shownotes
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Transkript anzeigen
00:00:04: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von meinem Podcast.
00:00:20: Schön, dass du eingeschaltet hast!
00:00:22: Ich bin Nadine und selbst betroffene.
00:00:25: Heute möchte ich mit dir über Panikattacken sprechen.
00:00:28: Wir sprechen darüber was eine Panikattacke ist Warum der Körper dabei so heftig reagiert und wie aus einem einzigen körperlichen Symptom eine ganze Welle aus Angst entstehen kann.
00:00:40: Außerdem möchte ich dir gerne sagen, was eine Panikattacke mit einem Trauma zu tun haben kann Und was mir besonders wichtig ist vorhin sie sich in einem Flashback unterscheidet.
00:00:52: doch bevor wir anfangen Wie immer an dieser Stelle Mein Appell an dich.
00:00:58: Gerade wenn du selbst betroffen bist, achte bitte gut auf dich, sorge für dich höre auf dich und deine Gefühle!
00:01:06: Und wenn du merkst dass du diese Folge gerade nicht weiter hören kannst dann schalte bitte einfach später wieder ein.
00:01:15: Ja kommen wir zur Panik-Attacke.
00:01:18: Stell dir vor du sitzt ganz ruhig auf dem Sofa oder stehst grade in einem Supermarkt.
00:01:23: Vielleicht befindest du dich auch in einem Meeting oder aber du liegst entspannt in einem Bett.
00:01:29: Die sind alles Situationen, in denen gerade nichts Besonderes passiert.
00:01:34: und doch ganz plötzlich von einer Sekunde auf die andere fängt dein Herz an zu rasen, deine Brust wird eng, deine Atmung verändert sich, dir wird schwindelig.
00:01:45: vielleicht fängst Du anzuzittern?
00:01:47: Oder aber du hast das Gefühl dem Boden unter den Füßen zu verlieren.
00:01:51: Und dann kommen wir möglich Gedanken wie, ach du Scheiße mit mir stimmt etwas nicht.
00:01:56: Oder hilfe ich bekommen grad keine Luft?
00:01:59: Oder was ist denn hier los?
00:02:01: Was passiert hier grade?
00:02:02: Ich verliere die Kontrolle und ganz schlimm vielleicht denkst du dann in dem Moment auch, ich sterbe
00:02:09: gerade.".
00:02:10: So oder so ähnlich kann sich eine Panikattacke anfühlen vollkommen real und bedrohlich obwohl diese Situationen in der du dich gerade befindest wahrscheinlich gar nicht bedrohlig isst.
00:02:22: also Was genau ist eine Panik-Attacke?
00:02:25: Eine Panikattacke ist eine plötsliche Flut intensiver Angstgefühle.
00:02:30: In der Regel erreicht sie, ich sag mal ihren Höhepunkt in wenigen Minuten und klingt dann wieder ab!
00:02:37: Das bedeutet aber nicht dass danach sofort alles wie der Tutti Frutti ist und alles vorbei ist und dir geht's gut und hey dein Leben geht weiter.
00:02:45: also ja das Leben geht.
00:02:48: Nach einer Panikattacke verspülen Betroffene oft Unruhe, Anspannung oder aber Erschöpfung und diese können noch eine ganze ganze Weile bestehen bleiben.
00:02:59: Also nur wenn eine Panik Attacke vorbei ist sind noch längst nicht alle Symptome wieder vollständig abgeklungen.
00:03:07: Ja manchmal ist die Angst bei einer Panika-Attacke sofort da Aber manchmal beginnt es mit einem körperlichen Gefühl.
00:03:16: Bei mir zum Beispiel fängt sie fast immer mit schwitzigen Händen an.
00:03:20: Nahezu gleichzeitig nehme ich mein Herzschlag extrem deutlich wahr, was sich dann unmittelbar in ein Herzrasen verändert.
00:03:28: Wenn ich mich nicht reguliert bekomme folgt häufig eine extrem schnelle Atmung und manchmal wird mir auch schwindelig oder sogar schwarz vor Augen.
00:03:37: Oft habe ich auch einen extremen beklemmendes Gefühl in der Brust.
00:03:41: das fühlt sich denn so an ja es würde den Elefant auf mir drauf sitzen.
00:03:45: Ich kann dann nicht mehr tief einatmen.
00:03:48: Und nicht selten kommt dann die Atemnot.
00:03:50: Fast immer fängt mein Körper dabei an zu zitteren, meist allerdings nur die Hände aber manchmal je nach Intensität der Panikattacke bebe ich auch einfach am ganzen Körper.
00:04:00: und erst wenn diese ganzen Gefühle da sind, dann entsteht die Angst weil diese Gefühlen sehr real sind und weil sie eine Reale bzw.
00:04:12: eine Nichtreale aber eine Gefahr symbolisieren beziehungsweise darstellen.
00:04:16: Also das Gefühl, die Gefahr ist da wird durch die Symptome, die ich eben genannt habe bestärkt oder entsteht dadurch.
00:04:27: um auf die Symtome zurückzukommen natürlich ist auch eine Panikattacke bei jedem Menschen völlig unterschiedlich.
00:04:35: es gibt nicht nur diese Symptom die jetzt bei mir auftreten, es gibt natürlich auch noch weitere Symptome.
00:04:42: Zum Beispiel kann aus einer Artennot ein Erstickungsgefühl entstehen und zusätzlich zu der Enge in der Brust kann noch einen Druck oder gar Schmerzen entstehen.
00:04:52: Betroffene können auch Hitze- oder Kälteschauer empfinden oder gar kribbeln bzw Taubheitsgefühle.
00:04:59: Es kann natürlich auch sein, dass es noch weitere Symptome gibt.
00:05:02: Die hier genannten sind die von denen ich gehört oder gelesen habe.
00:05:06: Das heißt aber nicht, dass diese Liste vollständig beendet ist.
00:05:09: Bei meiner Recherche habe ich außerdem gelesen, dass sich bei einer Panikattacke die Wahrnehmung verändern kann.
00:05:16: So erleben manche Menschen ihre Umgebung als fremd- und unwirklich.
00:05:20: Auch kommt es häufig vor, die Angst zu sterben oder unmächtig zu werden oder aber die Kontrolle zu verlieren?
00:05:28: Wie gerade schon gesagt ... Da es aber wichtig ist, wiederhole ich das nochmal.
00:05:32: Wie immer ist natürlich auch eine Panikattacke individuell und nicht alle Betroffenen erleben alle Symptome!
00:05:40: Und Nicht alle Betroffene erleben eine Panika-Attacke gleich.
00:05:45: Wichtig ist dass eine Panica-Attaque auch nicht von außen erkennbar sein muss.
00:05:50: Während im Inneren alles nach Lebensgefrahr schreit kann ein Mensch nach Außen völlig normal und erstaunlich ruhig wirken.
00:05:58: Er kann auch weiter funktionieren.
00:06:01: Also ich zum Beispiel habe fast immer eine stille Panikattacke, ob die wirklich so heißen weiß ich nicht?
00:06:07: Ich habe allerdings schon öfters von stillen Panikattacken gehört wenn man sie nach außen... also vom Begriff stelle PanikAttacken gehört, wenn man sich nach Außen nicht erkennt.
00:06:18: So das heißt zum Beispiel Die äußeren Symptome wie Zittern sieht man nicht, auch bei mir nicht weil ich habe gelernt diese Symptome gut zu verbergen, um zum Beispiel in eine Meeting auf der Arbeit oder auf einer Feier nicht aufzufallen.
00:06:36: Wenn wir jetzt also so eine Panikattacke erleben – was passiert dabei im Körper?
00:06:40: Und hier sind wir wieder bei den Gehirnregionen über die ich bereits in den vergangenen Folgen mit dir gesprochen habe.
00:06:46: Sie spielen natürlich auch bei einer Panikattacke eine Rolle.
00:06:50: Aber heute möchte ich nicht erneut auf die Gehirnregion eingehen, sondern heute möchte mit dir darüber sprechen wie die Alarmreaktionen im Körper selbst ausschaut.
00:07:03: Also unser autonomes Nervensystem steuert unter anderem Herzschlag, Atmung, Schweißbildung und Verdauung – das weißt du vielleicht!
00:07:11: Wird jetzt eine Gefahrwahl genommen?
00:07:13: Wird u.a.
00:07:14: Adrenalin ausgeschüttet?
00:07:16: Auch das hast du vielleicht schon mal gehört... Dadurch schlägt das Herz schneller, die Muskeln spannen sich an und die Atmung kann sich beschleunigen.
00:07:24: Der Körper stellt sich also auf Kampf oder Flucht ein.
00:07:26: Das ist ja grundsätzlich ein sinnvolles Überlebensprogramm.
00:07:30: Während einer Panik-Attacke läuft das jedoch auch auf Hochtouren.
00:07:35: Also ähnlich wie im Gehirn wird auch hier eine Gefahr wahrgenommen, die früher vielleicht mal real war Es heute aber nicht mehr ist.
00:07:43: Die Symptome sind aber wirklich da.
00:07:45: Also wer sehr schnell oder flach atmet, kann zu viel Kohlendioxid abatmen.
00:07:51: Dadurch können Schwindel kribbeln, Benomheit und ein Gefühl von Unwirklichkeit verstärkt werden.
00:07:58: Nicht bei jeder Panikattacke passiert das?
00:08:00: Wenn es aber passiert, kann es die Attacke zusätzlich antreiben!
00:08:05: Und damit sind wir im Panikkreislauf.
00:08:08: Nehmen wir also an, dass Herz stolpert einmal.
00:08:11: Sofort entsteht der Gedanke Was, wenn mit meinem Herz etwas nicht stimmt?
00:08:15: Dadurch steigt die Angst an.
00:08:18: Dadurch wird noch mehr Alarm ausgelöst und das Herz schlägt noch schneller.
00:08:23: Das stärkere Herzklopfen wirkt nun wie eine Bestätigung.
00:08:28: Ich wusste es hier stimmt etwas nicht.
00:08:30: Die Angst nimmt also weiter zu Der Körper reagiert noch heftiger Und innerhalb kurzer Zeit ist die Panikattacke da Und aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass das in nur wenigen Sekunden geschieht.
00:08:44: Also wir reden jetzt hier nicht von einem Verlauf einer halben Stunde sondern befinden uns wirklich im Sekundenbereich.
00:08:51: und auch hier wieder es ist keine bewusste Entscheidung eine Panikattacke zu bekommen.
00:08:57: Wir steigern uns auch nicht bewusst in etwas hinein.
00:09:01: Und im Gegensatz zu einem Flashback kann man eine Panikattacke aber relativ gut regulieren, also die Betonung liegt auf Kann und auf Relativ.
00:09:11: Dafür gibt es natürlich ein paar Voraussetzungen.
00:09:14: Also die Eine ist Man weiß dass man sich gerade in einer Panik Attacke befindet.
00:09:19: Das ist natürlich wichtig um sich zu regulieren zu können.
00:09:22: Die zweite Vorausetzung ist Man weiss was man braucht Um Sich Zu Regulieren.
00:09:27: das heißt man Weiß Was man Braucht Was einem hilft.
00:09:31: Und auch hier ist es wieder bei jedem unterschiedlich.
00:09:34: Doch was ich denke, ganz allgemein sagen kann ist so Sätze wie du musst dich einfach nur beruhigen funktionieren in der Regel nicht.
00:09:42: allerdings gibt es schon ein paar Aussagen die helfen können und da kann ich jetzt wieder nur von mir sprechen.
00:09:49: zum Beispiel helfe mir aussagen wie konzentriere Dich auf Deine Atmung oder lass uns zusammenatmen.
00:09:56: Du brauchst es mir einfach nur nachzumachen.
00:09:59: Aber wie schon gesagt, das ist bei jedem natürlich anders.
00:10:03: Es kann zum Beispiel auch ein klarer Bezug zur Umgebung helfen.
00:10:07: Zum Beispiel die Füße auf dem Boden zu spüren oder einen Gegenstand zu betrachten und diesen zu benennen oder laut sagen wo man sich befindet und was man gerade sieht.
00:10:21: also Dinge aufzellen So, ne?
00:10:24: Ich sehe eine Postkarte.
00:10:26: Eine Pinwand, eine Lampe um halt dem Nervensystem zu zeigen.
00:10:33: ich bin hier und jetzt Und die Gefahr ist nicht real!
00:10:38: Eine Panikattacke auszuhalten und sich zu regulieren hilft dabei im Nervenystem zu zeigen dass alles in Ordnung ist.
00:10:46: Verlässt man dagegen die Situation, zeigt man dem Nervensystem das es recht hatte.
00:10:51: Unser Nervenystem lernt also durch unser Verhalten.
00:10:55: Dennoch ist es wichtig dass man diese Situation verlässt wenn man sich nicht anders reguliert bekommt.
00:11:02: Wenn ich zum Beispiel rechtzeitig merke dass eine Panikattack kommt und wenn ich dann auch noch die Möglichkeit habe in ein Badezimmer zu gehen Dann mache ich das Und dann lasse ich mir kaltes Wasser über die Handgelenke und durchs Gesicht laufen.
00:11:16: Dafür verlasse ich zwar auch die Situation, aber mir hilft es sehr mich rechtzeitig zu regulieren und den Alarmvorgang frühzeitig abzubrechen.
00:11:25: Ja!
00:11:26: Für Außenstehende gilt ganz wichtig ruhig bleiben Und auch bitte die Angst nicht kleinreden.
00:11:34: Genau wie bei einem Flashback helfen auch hier kurze Sätze und keine langen Erklärung, die kann der die Betroffene gerade wahrscheinlich sowieso nicht wahrnehmen.
00:11:45: Also so Sätze wie also kurze Sätze Wie ich bin da du bist nicht allein was hilft dir gerade?
00:11:54: Die können helfen.
00:11:56: Körperkontakt genau wie beim Flashback auch sollte unbedingt vorher erfragt werden.
00:12:03: Ja und wo wir gerade schon bei den vergleichen sind Wie auch bei einem Flashback werden Panikattacken durch äußere Situation ausgelöst oder aber auch durch innere Reize.
00:12:14: Ein Ort, ein Geräusch oder eine bestimmte Situation kann ebenso zum Auslöser werden wie Herzklopfen, Schwindel, ein Gedanke oder ein Gefühl.
00:12:24: Aber auch ein Albtraum kann Auslöser sein so dass man mitten in der Nacht oder morgens mit einer Panikattacke wach wird und auch das kann ich aus eigener Erfahrung heraus bestätigen.
00:12:34: Ja, wie du sicherlich inzwischen weißt können traumatische Erfahrungen die Anfälligkeit und somit die Häufigkeit für starke Angst- und Annahmereaktionen erhöhen.
00:12:42: So auch bei einer Panikattacke.
00:12:44: Erinnerungsreize oder bestimmte Körperentfindung können dann eine Panikattack anstoßen.
00:12:49: Trotzdem ganz wichtig nicht jede Panik attacke bedeutet, traumabedingt zu sein.
00:12:57: Und auch nicht jede Panik-Attacke ist ein Hinweis auf eine PTBS.
00:13:02: Genauso ist eine Panikattacke noch lange keine Panikstörung.
00:13:06: Ein Mensch kann eine einzelne oder gelegentliche Panikattacken erleben ohne direkt eine Panikkstörung zu haben.
00:13:13: Von einer Paniksstörung spricht man erst wenn unerwartet Panikattacken wiederholt auftreten und anschließend eine anhaltende Sorge vor weiteren Attacken entsteht oder sich das eigene Verhalten deutlich ändert.
00:13:29: Oft beginnt dann die Angst vor der Angst, Betroffene beobachten ihren Körper immer genauer und vermeiden Orte oder Situation an denen schon einmal eine Attacke aufgetreten ist.
00:13:40: Das bringt kurzfristig Erleichterung ja kann die Angst langfristig aber festigen und den eigenen Lebensradius immer kleiner werden lassen.
00:13:51: Auch da spreche ich aus eigener Erfahrungen und kann das bestätigen.
00:13:56: So, auch wenn es klar sein sollte ist es mir wichtig an dieser Stelle noch zu erwähnen dass Herzrasen, Brustschmerzen, Atemnot oder sonstige Symptome einer Panikattack selbstverständlich auch andere körperliche Ursachen haben können Und diese sollten natürlich unbedingt abgeklärt werden.
00:14:15: Ja Und damit sind wir nun auch schon wieder am Ende dieser Folge und ich fasse noch einmal kurz zusammen.
00:14:22: Eine Panik-Attacke ist keine Einbildung, kein Drama und kein persönliches Versagen.
00:14:27: Der Körper befindet sich tatsächlich im Alarmzustand und die Symptome sind alle real und existent.
00:14:34: Eine panik-attacke is nicht dasselbe wie eine Panikstörung und auch NICHT dasselben wie ein Flashback!
00:14:41: Trotzdem können Panik-Attacke und Flashback gleichzeitig auftreten, sich sehr ähnlich anfühlen.
00:14:48: Bei einem Flashback wird etwas Vergangenes in irgendeiner Form als gegenwärtig wiedererlebt.
00:14:55: Bei einer Panikattacke dagegen steht die plötzliche hochschießende Angst im Vordergrund.
00:15:01: Dafür muss nichts Vergangeneres wiedererlegt werden.
00:15:05: Und damit genug für heute!
00:15:08: Vielen lieben Dank, dass du mit dabei warst.
00:15:10: Ich freue mich wenn du auch beim nächsten Mal wieder einschaltest und falls du selbst betroffen bist und es dir heute vielleicht noch niemand gesagt hat oder dir vielleicht auch schon länger niemand mehr gesagt hat Oder dir vielleicht doch gar niemals jemand hier gesagt hat Möchte ich dir zum Abschluss noch eines mitgeben?
00:15:30: Ich glaube Dir!
00:15:32: Und Du bist gut so wie Du bist.
00:15:34: Bis zum nächsten mal und alles Gute Nadine.
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