Folge 6: Flashback - Wenn Erinnerungen sich wie Gegenwart anfühlen

Shownotes

Ein Flashback ist keine gewöhnliche Erinnerung. Er kann sich in Bildern, Geräuschen, Gerüchen, Gefühlen oder Körperempfindungen zeigen – und Vergangenes wie Gegenwart wirken lassen. In dieser Folge geht es darum, warum das geschieht, was Betroffenen helfen kann und weshalb „Flashback“ für mich kein beliebiger Hashtag für einen Rückblick ist.
Ich freue mich, dass Du einschaltest!

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00:00:04: Und irgendwann redete ich darüber.

00:00:06: Dies ist ein Podcast über Trauma-Folgen nach sexualisierter und psychischer Gewalt.

00:00:13: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von meinem Podcast.

00:00:16: Und irgendwann redete ich darüber, schön dass du eingeschaltet hast!

00:00:20: Ich bin Nadine und selbst betroffene.

00:00:22: Heute möchte ich mit dir darüber sprechen was ein Flashback ist Warum sich die Vergangenheit dabei wie Gegenwart anfühlt?

00:00:29: Und woran du überhaupt erkennen kannst das du dich gerade in einem Flashback befindest oder aber dass sich dein Gegend über gerade in einen Flashback findet.

00:00:37: doch bevor wir anfangen Wie immer an dieser Stelle, mein Appell an dich.

00:00:42: Bitte achte gut auf dich!

00:00:44: Solltest du merken dass dir diese Folge gerade aus welchem Grund auch immer nicht gut tut?

00:00:49: Dann bitte sorge gut für Dich und schalte einfach später wieder rein.

00:00:53: Ja wenn Du das Wort Flashback hörst dann denkst Du vielleicht zuerst an ein Bild... ...an eine Szene Vielleicht auch an zwei, drei vier Bilder oder zwei, dreivier Szenen aus der Vergangenheit die plötzlich vor dem inneren Auge ablaufen.

00:01:06: Wie so ein Film!

00:01:08: So wie Hollywood uns das gerne immer mal wieder zeigt.

00:01:11: Doch Flashbacks müssen eben nicht genauso aussehen.

00:01:14: Sie können Bilder enthalten natürlich Aber sie können halt eben auch anderes enthalten Wie zum Beispiel Geräusche... Gerüche Berührungen, Schmerzen oder andere Körperempfindungen.

00:01:26: Und manchmal ist es auch nur ein Gefühl das plötzlich mit voller Wucht wieder da ist die Angst, die Charme, die Hilflosigkeit oder das Gefühl gerade jetzt in Gefahr zu sein und manchmal überhaupt gar nicht klar, woher das jetzt kommt.

00:01:43: Und genau daran erkennst du ein Flashback.

00:01:45: Etwas, dass längs vorbei ist fühlt sich plötzlich nicht mehr wie eine Erinnerung an.

00:01:49: Es fühlt es sich an als würde es gerade in diesem Moment erneut geschehen.

00:01:55: und genau das werde ich in dieser Folge garantiert an der einen oder anderen Stelle nochmal wiederholen weil das ist der entscheidende Punkt Und der ist halt ultra wichtig.

00:02:08: Was auch interessant ist, ist dass im Schlaf auch Trauma wieder erlebt werden können.

00:02:15: Ich denke das es allgemein bekannt durch Albträume.

00:02:19: In diesem Fall spricht man aber nicht von Flashbacks Sondern soweit ich das heraus recherchiert habe Von Trauma bezogenen Albtäumen.

00:02:29: Ein solcher Traum kann das damalige Geschehen vollständig oder nur in einzelnen Bildern, Körperentfindungen und Gefühlen wiederholen.

00:02:37: Und sich dabei aber genauso real anfühlen!

00:02:41: Und manchmal kann dieses Wiedererleben nach dem Aufwachen anhalten und dann kann es in ein Flashback übergehen.

00:02:48: In Folge vier habe ich darüber gesprochen was Träger sind und welche Reaktionen sie auslösen können ging es um die Dissoziation.

00:03:00: Beides kann bei einem Flashback eine Rolle spielen, ein Trigger kann einen Flashback auslösen und ein Flashback kann mit einer Dissoziation verbunden sein.

00:03:08: Dennoch ist ganz wichtig das Trigger-Dissoziations und Flashback nicht dasselbe sind.

00:03:14: Also was genau is'n Flashback?

00:03:17: Und zunächst einmal zur Begriffserklärung Der Begriff Flashback kommt aus dem Englischen und bedeutet wie du vielleicht weißt wörtlich übersetzt so viel wie Rückblende.

00:03:27: Diese Übersetzung ist aber gerade in unserem Kontext ein bisschen irreführend, denn eine Rückblende klingt nach etwas das man von außen betrachtet.

00:03:37: Ich persönlich würde sogar sagen es klingt noch etwas Schöne!

00:03:40: Auf jeden Fall ist es eine Erinnerung bei der einem bewusst ist dass es damals passiert und ich denke gerade daran zurück.

00:03:48: Anfangs schon gesagt, bei einem Flashback ist genau diese zeitliche Einordnung zumindest für einen Moment gestört.

00:03:55: Das Erlebte fühlt sich nicht nur wie eine Erinnerung an – es bekommt eine Gegenwärtsqualität!

00:04:01: Das bedeutet ein Teil des Gehirns reagiert so als würde das damalige Geschehen gerade jetzt in diesem Moment erneut stattfinden.

00:04:09: Ein Flashback gehört somit zu den sogenannten Wiedererleben.

00:04:13: Dieses Wiedererleben ist eines der Kärntentome einer posttraumatischen Belastungsstörung oder aber auch eine komplexen, postraumatische Belastungsstörungen kurz abgekürzt, PTBS- oder KPTBS.

00:04:25: Flaschebacks können aber bereits in der ersten Zeit nach einem traumatischen Erlebnis auftreten.

00:04:32: Was ich damit sagen möchte, ist es ein einzelner Flashback nicht automatisch bedeutet dass diese Person noch eine PTBS hat.

00:04:40: Ein Flashback Das Symptom und nicht die eigene Diagnose.

00:04:45: Flashbacks geschehen willkürlich, äh unwillkürlich Entschuldigung sie geschehn unwill kühlig.

00:04:50: man entscheidet sich nicht bewusst dafür.

00:04:53: Sie drängen sich auf und werden durch äußere oder innere Trigger ausgelöst.

00:04:59: Manchmal ist dieser Auslöse offensichtlich manchmal wird der Zusammenhang aber erst später oder halt auch gar nicht Klar, dabei muss ein Flashback nicht bedeuten dass jemand den vollständigen Kontakt zur Gegenwart verliert.

00:05:12: Also ich zum Beispiel wenn ich einen Flashback hatte dann wusste ich immer wo ich bin.

00:05:18: bei mir war der reinweg auf gefühlsebene.

00:05:21: Das heißt Flashbacks können unterschiedlich stark ausgeprägt sein.

00:05:24: sie liegen also auf einem Spektrum.

00:05:26: Ich versuch das mal so zu erklären am Einende kann für wenige Sekunden das Gefühl entstehen, wieder in der damaligen Situation zu sein.

00:05:34: Obwohl die betroffene Person gleichzeitig noch weiß wo sie sich tatsächlich gerade befindet.

00:05:39: Gegenwart und Vergangenheit überlappen wir sich hier also.

00:05:42: Am anderen Ende kann es wieder erleben aber so stark werden dass die aktuelle Umgebung vorübergehend kaum oder gar nicht mehr wahrgenommen wird.

00:05:51: Die Person fühlt sich denn nicht nur so als wie ihre sie wieder dort.

00:05:55: Sie ist in diesem Moment wieder dort.

00:05:57: Der vollständige Verlust der Orientierung ist also die stärkste Form eines Flashbacks.

00:06:02: Natürlich kann auch eine gewöhnliche Erinnerung sehr stark belasten sein, das möchte ich hier gar nicht abstreiten.

00:06:08: Sie kann Angst auslösen klar sie kann traurig machen logisch und natürlich können sie auf starke Körperreaktionen hervorrufen.

00:06:16: nur wie schon gesagt ist der entscheidende Unterschied darin dass sich bei einer Erinnerungen weiß, dass es eine Erinnerung ist.

00:06:23: Ich weiß das es damals passiert vor zehn Jahren ich weiß was ich damals gesagt habe ich weiß das war alles damals ich weiss das und ich weiß dass ich heute hier bin.

00:06:34: also das ist mir komplett auf allen mein Ebenen bewusst.

00:06:39: Beck verschwindet halt genau diese Grenze.

00:06:42: Das Wissen, dass das Ereignis vorbei ist kann ja manchmal noch vorhanden sein aber das Erleben passt für diesen Moment halt überhaupt gar nicht dazu.

00:06:51: also kognitiv weiß ich vielleicht noch das ist vorbei doch dass Hirn und der Körper reagieren, als wäre die Vergangenheit gerade jetzt die Gegenwart.

00:07:01: Und genauso wenig wie ein Flashback immer mit einem vollständigen Verlust der Gegenwart verbunden ist muss er wie ein Film vor dem inneren Auge ablaufen.

00:07:10: Häufig werden nur einzelne Teile des damaligen Erlebens wieder gegenwärtig.

00:07:14: Flashbacks können ganz unterschiedlich aussehen und sich ganz unterschiedliche anfühlen.

00:07:20: also es gibt da keine feste Liste mit klar voneinander getrennter Flashback-Arten.

00:07:27: Begriffe wie bildhafter, körperlicher oder emotionaler Flashback beschreiben vor allem welcher Teil des Wiedererlebens gerade im Vordergrund steht.

00:07:38: Häufig treten halt mehr Reformen gleichzeitig auf.

00:07:42: Am bekanntesten sind wahrscheinlich die visuellen Flashbacks, würde ich jetzt mal so sagen.

00:07:49: Da habe wissenschaftlichen Statistiken zu oder so, habe ich auch ehrlich gesagt nicht nachgesucht.

00:07:56: Bei den visuellen Flashbacks können Bilder- oder einzelne Szenen aus dem traumatischen Erleben von dem inneren Auge auftauchen.

00:08:03: Das muss aber kein vollständiger Film sein!

00:08:05: Die Szene muss auch nicht vollständig sein... Manchmal auch einfach nur einzelne Bruchstücke, wie so Puzzleteile.

00:08:12: Denn ist es zum Beispiel ein Gesicht was auftaucht oder einen Raum?

00:08:16: Vielleicht ist das auch eine bestimmte Bewegung oder eine Farbe die für einen kurzen Augenblick auftauchten.

00:08:23: und genauso kann ein Flashback aber auch aus Geräuschen bestehen hatte ich tatsächlich auch schon.

00:08:29: Betroffene hören dann zum Beispiel eine Stimme ein bestimmtes Wort oder vielleicht auch mein ganzes Satz Oder sie hören Schritte oder andere Geräusche, die halt zum damaligen traumatischen Erleben gehören.

00:08:42: Und so können neben den Geräuschen auch Gerüche oder bestimmter Geschmacken Teil eines Flashbacks sein.

00:08:51: Andere Flashbacks werden vor allem körperlich erlebt – es gibt das auch!

00:08:56: Dann können beispielsweise Berührungen, Druck, Kälte- oder Wärme... aber auch Übelkeit oder Schmerzen wieder auftauchen, obwohl es in der aktuellen Situation keinen entsprechenden äußeren Reiz gibt.

00:09:11: Auch sogenannte Schmerzflashbacks... sind wissenschaftlich schon beschrieben.

00:09:16: Und trotzdem ist wichtig, nicht jede plötzliche auftretende Körperempfindung und nicht jeder unerklärliche Schmerz ist automatisch ein Flashback natürlich nicht.

00:09:25: Körperliche Beschwerden können sehr unterschiedliche Ursachen haben und sollten nicht vorschnell automatisch auf einen Traumat zurückgeführt werden.

00:09:33: Dann gibt es Flashbacks bei dem weder Bilder noch Geräusche im Vordergrund stehen sondern die Gefühle, die das traumatische Wiedererleben erzeugen auch ohne dass dabei ein klares Bild oder einen bewusster Gedanke des Geschehen auftaucht.

00:09:47: Dafür wird häufig der Begriff emotionaler Flashback verwendet, ich habe auch schon mehrfach den Begriff Gefühlsflashback gehört!

00:09:55: Ich glaube das sind alles keine psychologischen wissenschaftlichen Begriffe sondern... Einfach nur Begriffe, die den Flashback an sich halt beschreiben wie er gerade stattfindet oder stattgefunden hat.

00:10:08: Also er beschreibt ein Erleben... also jetzt der gefühlsflashback oder dem emotionale Flashback beschreibt einen erleben bei dem zum Beispiel Angst, Scham, Ekel, Hilflosigkeit oder ausgeliefert sein plötzlich mit einer Stärke auftauchen, die nicht zu der aktuellen gegenwärtigen Situation passen.

00:10:27: Die betroffene Person erinnert sich dann möglicherweise nicht bewusst an eine bestimmte Szene, also sie hat keine Bilder vor Augen auch keine Geräusche, keine Gerüche sondern sie befindet sich in dem emotionalen Zustand von dem traumatischen Ereignis.

00:10:44: und auch hier gilt Nicht jedes starke oder scheinbar unangemessene Gefühl ist automatisch ein Flashback.

00:10:50: Entscheidend ist wieder die Gegenwartskwalität, es geht nicht nur darum sich daran zu erinnern wie man sich damals gefühlt hat.

00:10:59: das damalige Gefühl übernimmt für einen Moment die Gegenwand und gerade wenn Bilder oder bewusste Erinnerung fehlen ist es für Betroffene oft besonders schwer zu erkennen was gerade passiert.

00:11:13: Also man spürt vielleicht nur die Angst, den Schmerz oder das Gefühl des Ausgeliefertseins.

00:11:19: Ohne zu verstehen warum ist es jetzt plötzlich wieder da?

00:11:22: Also noch einmal zur Verdeutlichung ein Flashback kann natürlich aus einer ganzen Szene bestehen aber er kann auch nur aus den vorhin genannten Puzzleteilen Bestehen also aus den einzelnen entweder aus mehreren oder nur aus einem einzigen.

00:11:35: Und jetzt zu der Frage, warum Traume Erinnerung überhaupt auf diese Weise auftauchen und warum das so ist?

00:11:43: Dass die Vergangenheit während des Flashbacks sich plötzlich wieder wie die Gegenwart anfühlt.

00:11:47: Um das zu verstehen müssen wir uns noch einmal kurz anschauen, wie Erinnerungen normalerweise funktionieren.

00:11:53: Ich bin da ja in vorherigen Folgen schon mal drauf eingegangen Wie dass im Gehirn alles zusammenhängt mit dem Amygdala, dem Hippocampus und den Präfrontalen Cortex im Detail nicht mehr eingehen.

00:12:07: Wenn wir uns daran erinnern, wird nicht einfach eine gespeicherte Filmaufnahme abgespielt sondern Erinnerungen werden beim Abrufen immer wieder neu zusammengesetzt.

00:12:16: Normalerweise werden dabei nicht nur Bilder Geräusche oder Gefühle aktiviert sondern auch der dazugehörige Zusammenhang wo und wann ist etwas passiert?

00:12:26: was geschah da vor und danach?

00:12:27: und vor allem dieses Ereignis gehört jetzt zu meiner Vergangenheit.

00:12:30: bei einer traumatischen Erfahrung befindet sich das Gehirn jedoch in einem extremen Ausnahmezustand.

00:12:37: Auch dazu habe ich in den vorherigen Folgen schon etwas genannt.

00:12:41: Noch mal zur Änderung, in diesem Moment geht es also nicht darum, dass Geschehen möglichst geordnet als Erinnerungen abzuspeichern sondern es geht darum zu überleben Das heißt die Aufmerksamkeit richtet sich deshalb besonders stark auf das was in diesen Augenblick für die Gefahr wichtig erscheint.

00:13:00: Ein Gesichtsausdruck, eine Stimme ein Geruch einer Berührung einen Schmerz oder einen möglichen Fluchtweg.

00:13:08: Gleichzeitig kann es schwieriger sein, all diese Eindrücke mit ihrem zeitlichen und räumlichen Zusammenhang zu verbinden – das bedeutet nicht, dass jede Traumeerinnerung automatisch ungeordnet oder nur in einzelnen Bruchstücken vorhanden ist!

00:13:21: So pauschal lässt sich das natürlich nicht sagen.

00:13:24: Aber gerade die Teile eines traumatischen Erlebnisses, die später an einem Flashback wiederkehren können nur und zureichend mit der Information verbunden sein?

00:13:33: Das war damals, das ist vorbei.

00:13:35: trifft die betroffene Person, also später auf einen Trigger das einem Teil der damaligen Situation ähnelt kann diese Änderung das Netzwerk quasi aktivieren.

00:13:47: Das Alarmsystem erkennt dann die Ähnlichkeit und reagiert auf Gefahr und das manchmal sogar noch bevor die Personen selbst verstanden hat, was gerade überhaupt passiert.

00:13:59: Und die sinneseindrücke Gefühle und Körpererinnerung von damals werden ganz automatisch aktiviert.

00:14:05: Die Information dass die aktuelle Situation eine völlig andere ist und gar keine gegenwärtige Gefahr besteht wird in diesem Moment jedoch nicht abgerufen.

00:14:20: Also, vereinfacht gesagt meldet das Gehirn da nicht.

00:14:23: Das erinnert mich an eine frühere Gefahr Sondern es meldet die Gefahr ist gerade jetzt akut da.

00:14:29: Genau daraus entsteht die Gegenwartskwalität eines Flashbacks.

00:14:32: Das erklärt auch warum es häufig nicht ausreicht sich währenddessen einfach zu sagen Es ist doch vorbei.

00:14:39: Dieses Wissen kann natürlich durchaus vorhanden sein Das hatten wir ja vorhin schon Aber trotzdem reagiert das Nervensystem weiter als müssel dass die Personen jetzt gerade beschützen.

00:14:50: Ein Flashback ist deshalb weder Einbildung noch eine bewusste, herbeigeführte Reaktion.

00:14:56: Das Wiedererleben ist aber real.

00:14:59: Trotzdem ist auch ein Flashback keine unveränderte Filmaufnahme der Vergangenheit Denn wie alle Erinnerungen kann er unvollständig sein oder sich beim Erinnern auch verändern.

00:15:10: Aus seiner Stärke allein lässt sich also nicht automatisch ableiten, dass jedes einzelne Detail genau so geschehen sein muss wie ich es in einem Flashback wieder erlebe.

00:15:21: Doch Flashbacks können anderen Traumaerinnerungen auch sehr ähnlich sein.

00:15:26: das müssen wir auch mit bedenken denn Herzrasen Angst erstarren oder das Gefühl nicht mehr richtig da zu sein kann natürlich auch bei einer Panikattacke auftauchen oder halt während einer Dysforziation.

00:15:39: ja egal ob du selbst betroffen bist oder nicht.

00:15:42: Ich möchte dir an dieser Stelle, nachdem du jetzt weißt wie ein Flashback aussehen kann und wie ihr zustande kommt gerne noch mitgeben was während eines Flashbacks helfen könnte.

00:15:55: Die Betonung liegt auf könnte denn ganz ganz wichtig ist es super individuell!

00:16:01: Was bei einer Person hilft, kann bei einer anderen komplett nach hinten losgehen.

00:16:06: Was aber generell gilt ist es gibt keinen Schalter mit dem sich ein Flashback einfach beenden lässt und das funktioniert nicht!

00:16:14: Und einen Flashback kann man auch nicht kontrollieren wenn der da ist er da.

00:16:18: was helfen kann ist dem Gehirn möglichst viele Informationen aus dem hier-und jetzt also aus der Gegenwart anzubieten.

00:16:26: Zum Beispiel kann ein erster Schritt sein das Erleben zu benennen, sofern dass in dem Moment möglich ist.

00:16:33: Ist es nämlich nicht immer!

00:16:35: Wenn das möglich ist dann kann helfen sowas zu sagen wie Das ist gerade ein Flashback, das Erlebte ist vorbei.

00:16:43: Manchmal kann allein diese Einordnung schon eine kleine Distanz schaffen.

00:16:48: sie muss sich in diesem Moment noch nicht mal vollkommen wahr anfühlen.

00:16:51: Es reicht zunächst sich daran zu erinnern, dass es eine andere Erklärung für das Wiedererleben gibt.

00:16:59: Also für das gibt was gerade mit mir geschieht.

00:17:03: Anschließend kann es helfen sich ganz bewusst im Hier und Jetzt zu orientieren.

00:17:08: zum Beispiel wie heiße ich?

00:17:10: Wie alt bin ich heute?

00:17:12: Wo befinde ich mich?

00:17:13: Welcher Tag und welches Jahr ist gerade?

00:17:16: Was kann ich in meiner Umgebung sehen?

00:17:19: Besonders hilfreich kann sein, gezielt nach Unterschieden zwischen damals und heute zu suchen.

00:17:26: Zum Beispiel vielleicht ist es heute hell während es damals dunkel war oder umgekehrt?

00:17:31: Vielleicht steht die Tür offen, die damals geschlossen war?

00:17:34: Vielleicht habe ich aktuell ein Handy in der Hand was sich damals noch nicht hatte.

00:17:39: Was für Klamotten trage ich?

00:17:41: Wahrscheinlich andere als damals.

00:17:44: Vielleicht bist du heute in der Lage, aufzustehen und den Raum zu verlassen was du damals nicht warst.

00:17:50: Also es geht darum der Gegenwart möglich konkrete Merkmale zu geben also dem Gehirn von der aktuellen Gegenwart möglichst konkrete merkmale zugeben.

00:18:02: Was auch helfen kann sind Artenübungen aber Damit wäre ich persönlich vorsichtig, denn ja sie können sehr hilfreich sein.

00:18:11: sich auf die Atmen zu konzentrieren kann den Körper beruhigen.

00:18:15: Bei mir zum Beispiel ist das so Aber das muss nicht immer so sein.

00:18:19: Ich habe auch schon Betroffene erlebt, bei denen verstärkt der Blick auf die Atmung nur die körperliche Empfindung und die Belastung dahinter.

00:18:28: Und in dem Fall ist natürlich eine Atemübung dann nicht das was diese Person gerade braucht.

00:18:33: also wenn du bemerkst dass eine Übung dich noch weiter in den Flashback oder die Person, die den Flash back gerade erlebt, die dir gegenüber sitzt steht was auch immer hineinzieht.

00:18:43: Dann darf diese Übung sollte diese Übung sogar abgebrochen werden und man muss gucken dass meine andere findet die sinnvoller ist.

00:18:53: hilfreich kann außerdem sein sich in einem ruhigen moment auf mögliche flashbacks vorzubereiten.

00:19:00: also wenn ich wenn es mir gerade gut geht dann Kann man sich überlegen, okay wenn ich noch mal Flashback kriege was hilft mir in dem Moment?

00:19:09: Was kann ich dann tun zum Beispiel eine Notiz im Handy oder eine kleine Karte im Portemonnaie.

00:19:16: Darauf könnte dein Name stehen oder das aktuelle Jahr vielleicht ein Wohnort oder einen Satz wie Das war damals.

00:19:25: Ich bin heute hier den du dir in dem moment an halt selber sagen kannst.

00:19:29: was auch helfen kann sind Telefonnummern Telefon Nummer eines vertrauten vertrauten Menschen, zum Beispiel deinem Therapeuten oder deiner Therapeutin die du auf diesen Zettel vermerkst.

00:19:41: Oder ich habe mir zum Beispiel meine Therapeutin auf Kurzwahl gestellt.

00:19:45: Ich brauche nur die zwei Drücken und den grünen Hörer.

00:19:48: So auf drei hab' ich meine andere Therapeutinnen.

00:19:50: Auf vier habe ich eine meiner besten Freundinnen Die involviert ist Und so brauche ich wirklich nur zwei Tasten drücken dann die entsprechende Person anrufen.

00:20:01: Und wenn die eine nicht rangeht, kann ich dann die nächste anrufe weil die alle auf Kurzweil stehen.

00:20:05: Ich muss nicht groß im Telefonbus suchen!

00:20:06: Ich muss mich irgendwelche Nummern eingeben.

00:20:08: Das geht alles ganz schnell.

00:20:09: Ja das vielleicht so als kleiner Tipp.

00:20:12: Jetzt dazu was nicht nur du selber machen kannst Wenn du gerade in einem Flashback drin bist Sondern Was kannst Du tun?

00:20:21: Wenn eine andere Person in einem flashback drinnen ist?

00:20:24: also zunächst erst einmal ruhig bleiben Langsam sprechen und vor allem hektische Bewegung vermeiden.

00:20:30: Das ist schon mal ganz wichtig!

00:20:32: Dann können beim ruhigen Sprechen kurze klare Sätze helfen anstatt lange, wirre Erklärungen.

00:20:40: die kann die Person im Flashback wahrscheinlich gerade sowieso nicht aufnehmen.

00:20:44: also ganz kurz und knapp dann Was ich persönlich wichtig finde, habe ich jetzt auch schon öfter von anderen Betroffenen gehört.

00:20:52: Körperkontakt sollte niemals einfach vorausgesetzt werden.

00:20:56: Selbst eine gut gemeinte Berührung kann während eines Flashbacks als Bedrohung erlebt werden und die ganze Situation nur noch verschlimmern.

00:21:05: Deswegen bitte immer fragen Ist es okay wenn ich deinen Arm berühre?

00:21:13: dir an die Schulterfasse, darf ich deine Hand nehmen?

00:21:15: Was auch immer?

00:21:16: oder einfach fragen.

00:21:18: Was brauchst du gerade?

00:21:19: Soll ich bei dir bleiben?

00:21:21: Brauchst Du Abstand?

00:21:22: Das kann helfen!

00:21:24: Die Betroffenen also.

00:21:27: was auf gar keinen Fall gemacht werden sollte sind die betroffenen Personen festzuhalten oder sie zu schütteln oder sie zu drängen Blickkontakt herzustellen.

00:21:39: Das kann alles fürchterbar nach hinten losgehen.

00:21:43: und auch die Frage nach dem Inhalt des Flashbacks, die ist in dem Moment eines Flashbacks a völlig unwichtig und b total unangebracht denn es geht überhaupt nicht darum herauszufinden was die Person gerade sieht oder woran sie sich erinnert sondern es geht darum ihr dabei zu helfen wieder Kontakt zur Gegenwart aufzunehmen Und dafür musst du als Bezugspersonen nicht wissen, was sie gerade erlebt.

00:22:08: Nach einem Flashback vielleicht auch noch wichtig kurz zu erwähnen, kann es natürlich eine Weile dauern bis jemand voll, voll... ...wisst sich jemand?

00:22:18: Vollständig wieder im Hier und Jetzt angekommen ist!

00:22:22: Also manche Menschen sind danach total erschöpft verwirrt oder beschämt.

00:22:27: Also ich zum Beispiel bin danach völlig fertig und möchte eigentlich am liebsten nur noch meine Ruhe haben und schlafen, was natürlich nicht immer möglich ist je nachdem wo ich mich gerade befinde.

00:22:37: aber das wäre so mein Wunsch!

00:22:38: Und was vielleicht auch noch wichtig ist dass Betroffene nicht sofort erklären müssen was passiert ist.

00:22:45: sie müssen das vielleicht auch einfach gar nicht erklären wenn sie nicht möchten da es ganz wichtig grenzen zu achten.

00:22:50: wenn die betroffende personen die ihr als Bezugsperson nicht erzählen möchte, was sie in diesem Flashback erlebt hat und was mit ihr passiert ist.

00:22:58: Dann bitte respektiere diese Grenze!

00:23:00: Was angeboten werden kann, was mir persönlich immer sehr geholfen hat es ein Glas Wasser zu trinken Und natürlich... Die Anwesenheit eines vertrauten Menschen Kann gut sein.

00:23:13: Also oft reicht das halt auch schon Ruhe ein Glas Wasser und die vertraute Person.

00:23:19: Und alles andere kann vielleicht halt in dem Moment einfach auch erst mal warten, wenn die betroffene Person alleine sein möchte so schwer das dann für die Bezugspersonen, Vertrautepersonen die gerade dabei ist So schwer das für sie vielleicht dann ist, sollte diese Grenze aber akzeptiert werden und sagen okay hier hast du das Wasser.

00:23:38: Hast deine Ruhe.

00:23:39: Du weißt wo du mich findest.

00:23:40: Du weiß wie du mich erreichst.

00:23:41: wenn du mich brauchst dann melde dich ich bin dann sofort da Und dann vielleicht auch einfach mal zu gehen.

00:23:47: Ja was noch hilfreich sein kann ist dass außerhalb eines Flashbacks natürlich gemeinsam besprochen wird, was es in dem Moment hilfreich.

00:23:57: Welche Unterstützung brauchst du in den Moment von mir?

00:24:00: Was kann ich tun?

00:24:01: Dann kann die vertraute Person, Bezugsperson wie auch immer sich darauf vorbereiten.

00:24:07: und ja vielleicht weißt Du ja genau, was Dir in dem moment hilft und welche Möglichkeiten es für Deine Mitmenschen gibt dir dann in dem Moment vernünftig zu helfen und dich zu unterstützen.

00:24:23: Wichtig ist mir noch mal zu sagen, es geht nicht darum den Flashback perfekt zu beherrschen.

00:24:30: Ich würde mal behaupten das funktioniert auch gar nicht.

00:24:32: Es geht darum nach und nach Wege zu finden die dabei helfen können zu erkennen.

00:24:38: Das war damals Und ich bin jetzt hier und in Sicherheit.

00:24:43: Ja So viel zum Thema Flashback.

00:24:47: Das war jetzt alles ein bisschen viel, glaube ich.

00:24:50: Hab' ich so im Gefühl.

00:24:51: Deswegen würde ich einfach nochmal ganz kurz zusammenfassen.

00:24:55: Also ein Flashback ist nicht einfach eine... Besonders lebhafter Erinnerung.

00:25:00: Es ist ein unwillkürliches Wiedererleben eines schlimmen Ereignisses, bei dem Bilder, Geräusche und so weiter auftauchen können als gehörten sie nicht zur Vergangenheit sondern jetzt zur Gegenwart.

00:25:11: Deshalb reagiert der Körper mitunter genauso wie er damals reagiert hat selbst wenn heute keine Gefahr mehr besteht.

00:25:18: Flashbacks können sehr unterschiedlich aussehen, sie sind nicht immer als klare Szene erkennbar und lassen sich nicht durch bloßes Zusammenreißen beenden.

00:25:26: Sie sind keine Einbildung, keine Übertreibung oder Zeichen von Schwächen.

00:25:30: Was in diesem Moment hilft... Ist von Mensch zu Mensch verschieden.

00:25:34: Orientierung im Hier und Jetzt kann dabei unterstützen, wieder wahrzunehmen wo man sich befindet und was heute anders ist.

00:25:41: auch begleitende Personen können helfen vor allem durch Ruhe klare Worte und indem sie die Grenzen der betroffenen Person respektieren.

00:25:49: ja und damit sind wir am Ende also so gut wie am Ende dieser heutigen Folge angekommen.

00:25:55: Sie ist ein bisschen länger geworden, als ich ursprünglich geplant hatte was aber auch daran liegt dass mir dieses Thema sehr wichtig ist und ich das nicht auseinanderreißen wollte in zwei Folgen weil ich glaube dann ja hätte man irgendwo mittendrin aufhören müssen und es wäre noch viel zu viele Fragen offen gewesen.

00:26:13: jetzt ganz am ende bevor ich die folge aber tatsächlich schließe habe Ein Anliegen, was mir persönlich wirklich sehr wichtig ist und was ich dir an dieser Stelle mitgeben möchte.

00:26:28: Gerade in den sozialen Medien!

00:26:30: sehe ich immer wieder den Hashtag Flashback, wenn alte Bilder gezeigt werden.

00:26:35: Wenn frühere Produkte noch einmal vorgestellt oder Menschen an vergangener Aktion erinnert werden sollen.

00:26:43: Mir ist natürlich bewusst dass der Begriff Flashback nicht ausschließlich in der Medizin oder der Psychologie verwendet wird.

00:26:49: In Filmen bezeichnet er beispielsweise eine Rückblende und im allgemeinen Sprachgebrauch wird er häufig einfach als Rückblick verstanden.

00:26:57: Und trotzdem empfinde ich besonders die beiläufige Verwendung dieses Wortes als problematisch, denn wie du ja gerade gelernt hast ist ein traumabedingter Flashback kein schöner Rückblick.

00:27:10: Er ist kein schöener Blick zurück in die Vergangenheit und er isst auch keine bloße Erinnerung, die jemand bewusst hervorholt!

00:27:18: ganz im Gegenteil.

00:27:19: Ich kann natürlich nicht wissenschaftlich belegen, dass die alltägliche Verwendung dem klinischen Begriff tatsächlich seine Bedeutung nimmt aber auf mich wirkt sie verharmlosend.

00:27:29: Ich erwähnte das schon mal in einer früheren Folge.

00:27:32: Daher auch hier noch einmal, ich möchte niemandem vorschreiben wie er was zu sagen hat oder welche Wörter er wann zu benutzen hat und wann halt nicht.

00:27:41: Natürlich nicht!

00:27:42: Das steht mir nicht zu.

00:27:43: Ich möchte dennoch sensibilisieren und zum Nachdenken anregen.

00:27:48: Denn wenn solche Begriffe immer selbstverständlicher für alltägliche Dinge benutzt werden kann aus dem Blick geraten, was sie für Betroffene tatsächlich bedeuten.

00:27:58: Deshalb wünsche ich mir einen bewussteren Umgang mit diesen Worten.

00:28:02: Für alte Bilder und vergangene Aktion gibt es Begriffe wie Erinnerung oder Rückblick, oder wenn man's auf Englisch haben will – Frohbeck!

00:28:11: Denn ein Rückblick ist eine Erinnerungen.

00:28:13: Ein traumabedingter Flashback ist ein Wiedererleben eines schlimmen Ereignisses Und ich finde diesen Unterschied sollten wir auch sprachlich ernst nehmen.

00:28:24: Ja, und damit genug für heute.

00:28:26: Vielen lieben Dank dass du mit dabei warst.

00:28:28: ich freue mich wenn du auch beim nächsten mal wieder einschaltest Und falls du selbst betroffen bist und es dir heute noch niemand gesagt haben sollte Dann möchte ich dir zum Abschluss noch eines mitgeben Ich glaube dir bis zum nächsten Mal und alles Gute Nadine.

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